Hat Sarrazin vielleicht doch Recht?

BAM! Wie eine Schlagzeile aus dem springerschen Massenblatt, oder?

Doch bevor ich geteert und gefedert werde, möge man mich anhören.

Ich gebe zu, gegenüber Michel Friedmann und Renate Künast habe ich den Nachteil, daß ich „Deutschland schafft sich ab“ nicht gelesen hab. Wohl aber diverse Digeste aus der Tages- und Wochenpresse, allerdings ist es dabei immer schwierig, sich ein Meinungsbild zu zaubern, welches vorurteilsfrei ist. Allerdings steht das Buch auf meiner todo- Liste.

Wie komm ich nun darauf? Bin ich wirklich so wahnsinnig zu behaupten, daß es ein Faulheits- oder Assigen gibt und dieses insbesondere bei Angehörigen von nicht-mitteleuropäischen Völkern verbreitet ist?

Nö, bin ich nicht. Aber ich beobachte und mache mir ein (zugegebenerweise ausschnitthaftes) Bild.

Als Beispiel mal zwei Personen bzw. Familien, die mir in den letzten Wochen unter die Augen, respektive Finger gekommen sind.

Zuerst hätten wir da Iwan. Der kommt irgendwo aus dem Dunstkreis der russischen Föderation, oder von mir aus auch nicht. Iwan residiert im örtlichen Asylbewerberheim und hat auf seiner Bewohnerkarte unter Herkunftsland „ungeklärt“ stehen. Ein Klassiker, sozusagen.

Ich habe Iwan vor ein paar Wochen zum ersten Mal kennengelernt, da lag er voll wie ein Amtmann in seiner Butze und hatte sich, beim Versuch die Flasche Schnaps restzuentleeren, gewaltig die Rübe angestoßen.

Nun lag er schreiend und pöbelnd blutenderweise auf dem Boden rum und wurde in unsere Obhut gegeben.

Der deutschen Sprache ist Iwan, trotz mittlerweile mehrjäjhriger Residenz in Deutscheland nur insoweit mächtig, als daß er Satzfragmente wie „F****n Dein Mutta“ oder „Krange Haus, krange Haus, kapuht!“ artikuliert. Eine Eigenanamnese, und da sprechen wir noch nicht einmal von Bodycheck, Routinewerten oder Wundversorgung, ist so schonmal  weitestgehend ausgeschlossen, eine Fremdanamnese ergibt eigentlich nur das Offensichtliche: Iwan war, ist und wird immer besoffen sein.

Mit etwas Gezeter und beherztem Zugreifen ging es ins Auto und unter forciertem Aufdrücken einer Kompresse ins Krankenhaus. Es ist schon komisch, wenn ich gefühlte eineinhalb Liter Blut aus der Kopfschwarte rauspresse, nehm ich doch eigentlich dieses „großzügige“ Angebot an und versuche nicht – im wahrsten Sinne des Wortes – die Hand zu beißen, die mich verbindet, oder?

Im Krankenhaus angekommen wurde Iwan vom Personal schon freudigst begrüßt. Und während wir so auf den übernehmenden Arzt warten, muß ich nochmal kurz einfache körperliche Gewalt anwenden, um Iwan davon abzuhalten, einem liegenden Patienten mitten aufs Gesicht zu Pissen. Sehr schön…

Ein paar Wochen später fahr ich mal wieder mit blau und laut in dieselbe verruchte Ecke und siehe da, neben dem Funkstreifenwagen liegt Iwan im Gras. Die Polizei war durch einen aufmerksamen Bürger informiert worden, daß auf dem Grünstreifen einer liegt, der zwar noch atmet und rumbrüllt, aber ansonsten so riecht und aussieht, als wäre er tot. Ich begrüße Iwam freundlich und frage (sehr zur Belustigung der Beamten) nach dem Wohlbefinden und bitte ihn, mir eine etwaige Konsummenge des heutigen Tages zu verraten. Nun sehr zur Verwunderung der Polizisten erkennt Iwan meine leuchtorange Kleidung, rappelt sich auf, wankt zum RTW, zieht die Schiebetür auf und setzt sich auf „seinen“ Platz. Während ich der Polizei noch eben seine Personalien gebe (ja, bei Stammkundschafgt hab ich die langsam im Kopf) schreit Iwan schon „Fi**en dein Mutta, fahren! Krank!“ und ab gehts ins nächstgelegene – Entschuldigung – Irrenhaus.

Bei der Anmeldung erfahre ich dann das, was den versuchten Biß letztens insbesondere unangenehm macht, nämlich daß Iwan Tbc, Hepatitis C und diverse andere, ansteckende Krankheiten mit sich rumträgt. Schön, denk ich mir, dann setz ich beim nächsten Mal dann vielleicht doch mal die Schutzbrille auf…

Beim Warten auf den Doc wieder ein ähnliches Spiel, nur daß Iwan diesmal unter Ausstoßen wüster Beschimpfungen das richtige Klo findet, wo er sich flugs auch gleich ne Kippe ansteckt.

Dies ist, wie sicher alle wissen, mehr als ungünstig, denn ein Rauchmeldereinlauf in einem Krankenhaus fetzt so überhaupt nicht. Die Feuerwehr ist nämlich immer richtig sauer, wenn sie mit zwei Löschzügen vorfährt und es noch nichtmal eine  Tür einzureißen gibt.

Soviel zu Iwan, wir bewegen uns weiter zu Mustafa

Mustafa kommt irgendwo aus dem Mittelasiatischen Raum, laßt es Pakistan, Bangladesh oder sowas sein. Mustafa ist im Übrigen, im Gegensatz zu Iwan, stolzer Besitzer einer Versicherungsnachweiskarte der Allgemeinen Ortskrankenkasse.

Leider hat Mustafa mit seiner Familie richtig Pech gehabt, der kleinere Sohn trägt zur Schande der Familie Klamotten von Ed Hardy, während die Töchte ihm tagein, tagaus mit ihrem eigenen und dem Geschrei ihrer Babies auf den Wecke gehen. Wobei ich als Randnotiz hinzufügen möchte, daß ich als Säugling auch schreien würde, wenn man mit solch brachialer GEwalt an meiner Wiege rüttelt, daß ich über Stunden den Weg von -80° zu +80° und wieder zurück in 0,35 Sekunden zurücklege. Aber egal.

Es gibt da noch Mustafas ältesten Sohn, der hat da irgendwie das Sagen und läßt auch keine Zweifel daran aufkommen, das merkt man schon am Schalldruck.

Dies alles führt dazu, daß Mustafa so ungefähr alle 36 Stunden mit extremen Kopfschmerzen darniederliegt und, um die Dramatik noch zu steigern, dann immer so richtig schön zittert. Allerdings ohne Zungenbiß und Apnoephase, sozusagen ein Laienkrampfanfall.

Hier liegt natürlich eine eindeutige Indikation für den Rettungsdienst vor, aber auch diesmal sind Eigenanamnese und Erstuntersuchung schwierig bis unmöglich. Genau in dem Moment, wo ich Mustafa was fragen will, brüllt mir der älteste Sohn irgendwas ins Ohr, was augenblicklich dazu führt, daß beide Mütter und beide Säuglinge plötzlich ein Heulkonzert anstimmen, wie man es sonst nur von Trauerzügen aus dem Gazastreifen kennt.

Ich versuche, mich durch den Lärm zu kämpfen und bringe anscheinend genügend Info rüber. In dem Moment, wo Sohn I das Wort „Krankenhaus“ vernimmt, nehmen er und Sohn II den Vater (ungelogen!) in den Kreuzfesselgriff und schleifen ihn, ohne Schlappen zum RTW.

Das war dann wieder ein Moment für meinen weltberühmten WTF?-Blick…

Wir kutschen ohne großen Zeitverzug ins nächste Krankenhaus mit neurologischer Klinik und – Überraschung – aus dem Fahrzeug, welches vor mir die Einfahrt durchquert, steigen Sohn I+II aus.

Nach Übergabe hab ich Sohn I mal ganz vorsichtig gefragt, warum, wenn es Vater immer so schlecht geht, sie noch ewig auf uns gewartet haben (wir kamen mal wieder aus dem anderen Ende der Stadt) und ihn nicht gleich unverzüglich in die Klinik verbracht haben.

Die Antwort war so einfach, wie sie auch frech war: „Weil Krankenauto kostet nix“

Auf meine Erwiderung, daß es sehr wohl etwas koste, und zwar schlappe 300 Euro Einsatzpauschale, kam das nächste freche Ding: „Mir egal, zahlt Kasse, nicht ich!“.

Ohne Worte, dachte ich mir nur und ließ von dem Gespräch ab. Es gibt Besseres, als nachts um halb elf eine Grundsatzdiskussion zum Mißbrauch des Solidarsystems vom Zaun zu brechen.

Wir bewegen uns weiter zu Kalle.

Kalle hat mal Mitte der 80er beim Schlachthof eine Lehre als Fleischer gemacht und war mal ein Bär von einem Mann. Irgendwann in den letzten zwanzig Jahren ist er arbeitslos geworden und dem Alkohol verfallen (evtl. auch umgekehrt). Kalle ist heutzutage immer noch ziemlich massig, allerdings ist die für einen Mann seiner Statur vorhandene Muskelmasse eher unterdurchschnittlich. Kalles Hauptbeschäftigung liegt darin, alle paar Tage mit eine Tüte „Patienteneigentum“ und firschen Klamotten aus dem Fundus nach Hause zu storchen, ggf. mit pit-stop an der nächsten Trinkhalle.

Weiter in Kalles Tagesablauf geht es dann damit, daß er sich in seiner Höhle (anders kann man diese Wohnung nicht beschreiben) mit ein paar Freunden (Rats- Adels- oder Goldkrone) verkriecht und bis in die frühen Morgenstunden diese inkorporiert. Typischerweise kommt er dann auf die Idee, sich fußläufig zur nächstgelegenen Trinkerbedürfnisanstalt zu bewegen, was aufgrund des Pegels in der Regel auf dem ersten Treppenabsatz, an guten Tagen direkt vor der Haustür endet.

Für gewöhnlich ist hier der Auftritt des Rettungsdienstes, was je nach Tagesform und etwaigen Begleitverletzungen meistens im Krankenhaus endet. Wenn Kalle allerdings „nur“ Hacke ist, wird er unter Zuhilfenahme des Nachbars (=Anrufer in 90% der Fälle) in sein Wohnklo verbracht, was grundsätzlich Würgen verursacht. Kalle ist nämlich derart praktisch veranlagt, daß er die Aufnahme  von Nahrung und Flüssigkeit un die Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte im selben Sessel vollzieht. Eigentlich definitiv eine Sache für den Amtsarzt, allerdings ist in der Bundesrepublik das Recht auf die eigene Vollmeise höher zu bewerten als die Bedürfnisse der Nachbarn…

Und dann war da noch Liselotte, die 1978 im Skiurlaub sich mal den Ischias geklemmt hat. Seit geschätzt 1982 ist sie deswegen Frührentnerin und chronisch opioidabhängig (sog. Morphinistin). Zahllose stationäre Aufnahmen um zum Ersten die nachgewiesen psychosomatischen Beschwerden und zum Zweiten die BTM-Sucht zu bekämpfen wurden von ihr selbst abgebrochen, teilweise mit der Begründung, daß dies nichts bringt, teilweise aus der Angst heraus, daß erstens die Schmerzen und zweitens diese wunderbare Opiumwolke verschwindet.

Da Morphium, Fentanyl, Dipidolor und wie sie alle heißen unglücklicherweise zu den besonders kontrollierten Substanzen gehören, muß sich Liselotte immer was NEues ausdenken, um legal an Stoff zu kommen.

In der Wohnung imponiert eine großartige Sammlung an medizinischen Fachbüchern (inkl. Arzneimittelatlas) in der Schrankwand, manchmal ist auch noch ein Buch aufgeschlagen auf dem Couchtisch zu finden.

Man fährt zu Liselotte im günstigsten Fall unter dem Einsatzstichwort „Kreislauf“ als RTW alleine, im ungünstigsten Falle führt sie das Gespräch in der Bestellhotline derart, daß man mit Polizei und Feuerwehr zu einer „hilflosen Person hinter verschlossener Tür“ anfährt. Man findet sie dann am Boden liegend, vor Schmerzen schreiend vor.

Sollte sich dann in der Tat mal ein Notarzt finden, der ihr Opiate in die Venen drückt, so ist augenblicklich Ruhe. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo das Angebot kommt, die „Schmerzen“ in der Klinik abklären zu lassen. Dies wird in der Regel eine Transportverweigerung, oder, wenn der Doktor drauf besteht (Opiate machen unter anderem ein wenig flach bei der Atmung) unter Umständen eine Zwangseinweisung.

Im Gespräch, welches öfters auch mal eine Therapie zum Thema hat, kommen manchmal Antworten, die man in dieser wenig subtilen, koddrigen Art von Damen ihres Alters nur sehr selten kennt. Man erhält durchaus auch mal die Antwort, daß solange ihre Kasse mich bezahlt, ich gefälligst zu ihr zu kommen habe…

Ja, und dann gibt es da ja noch Arno

So.

Ich habe jetzt eine Momentaufnahme gemacht. Und die vielleicht etwas realitätsnäher, als die Sigmar Gabriel, Renate Künast, Paolo Pinkel und auch Thilo Sarrazin je erleben werden.

Ich verstehe überhaupt nichts von desrkiptiver Statistik und kann demzufolge nicht gegenrechnen, ob Sarrazins Zahlen stimmen. Ich bin auch nicht eloquent genug, um mich in eine Talkshow zu setzen und das Thema zu diskutieren (allein schon, weil ich das Buch nicht gelesen habe).

Ich sehe nur, daß die Thesen, die mir bekannt sind, aus meiner Sicht, direkt das Elend vor Auge, durchaus nicht falsch sind.

Deutschland vergreist und viele Kinder, die geboren werden, werden voraussichtlich nie etwas, weil sie in Familien mit „zweifelhafter sozialer Herkunft“ geboren werden und das Rechnen mit leeren Bierbüchsen lernen. Andersherum sehe ich auch viele Migranten, die nach Deutschland kommen, auch nur Sozialleistungen in Anspruch nehmen, dafür aber gleich die gesamte Großfamilie anschleppen. Und ja, teilweise bilden die in der TAt eine Parallelkultur, die herzlich wenige Schnittpunkte mit dem restlichen Umfeld hat.

Aber einer grundsätzliche (genetische) Faulheit kann ich nicht zustimmen.

Prinzipiell kommt es, wie ich finde, auf den Standort des Betrachters an.

Keine Frage, Sarrazins Thesen können gefährliche Feuer in Ecken schüren, die wir nicht haben wollen. Aber, wenn jemand die größte Hexenjagd in Deutschland seit Ende des 17.Jahrhunderts (Hendrik M. Broder), ohne auch nur im Ansatz zu versuchen, Wahrheit in dem Buch zu suchen, der sollte sich vielleicht mal an die eigene Nase fassen, eventuell klebt da noch weißes Pulver dran.

So, meine Gedanken gehen zu Ende.

Feuer frei, wer mag.

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6 Responses to Hat Sarrazin vielleicht doch Recht?

  1. madcynic sagt:

    Ach, naja, weeßt ja wie’s is. Akademiker trinken halt in der Regel sozial kontrolliert, haben nen Job usw – so dass die dir nicht begegnen. Außer in gewissen Begegnungsstätten unweit von…na du weißt.
    Will sagen, du hast da schlicht nen unglücklich gewählten Ausschnitt aus der Gesamtbevölkerung. 😉

  2. ozyan sagt:

    Nö, kein Feuer 😉

    Die genetischen Thesen von Hernn Sarrazin empfinde ich ebenfalls als kompletten Blödsinn, und es überrascht mich, dass es ihn überrascht, wenn er da Zustimmung aus der rechten Ecke bekommt. Hätte er ja mal vorher drüber nachdenken können.

    Dass es allerdings (zu) viele nicht integrierte Ausländer gibt, da stimme ich durchaus zu. Allerdings bezweifle ich, dass die Thesen von Herrn Sarrazin in Bezug auf dieses Problem sonderlich hilfreich sind. Sehr viel erfrischender finde ich da den pragmatischen Umgang von Heinz Buschkowsky, dem Bürgermeister von Berlin-Neukölln. Im aktuellen Stern ist ein mehrseitiges Interview mit ihm erschien, online ist es leider nicht komplett verfügbar.

  3. marcus sagt:

    Ich weiß nicht ob Herr S. recht hat, dazu bin ich wahrscheinlich nicht Klug genug.Ich weiß aber das ich so oder so ähnlichen Mist auch laufend in seinen Varietäten sehen muss und mich frage wie es um die Haltbarkeit des Gemeinwesens bestellt ist. PS: In den letzten 11 Jahren ist es doch eher bergab als bergan gegangen, ob das hoffen läßt?

  4. BRC sagt:

    Als NA/RA/RS/RDH (Liste ohne Wertung) hat man nun mal haeufiger den Bodensatz der Gesellschaft vor sich.
    Soweit ich auch Deine Argumente nachvollziehen kann, so sehe ich auch den „Immigranten“ (nein, nicht mich; ausnahmsweise) der frohschaffend Erwerbstaetig o.a. Gruppe mitfinanziert (so wie den Ex-Boyfriend meiner Tochter).
    Ich denke (ohne S.’s Buch und die anderen Themen der Diskussion zu kennen) – es geht mit Europa abwaerts. Es werden sich 2 Schichten herausbilden, wobei die Oberschicht die Unterschicht zu Krawallen aufstachelt um Ihre Position zu staerken.
    Ebenso wie Du werden auch die anderen „Kundendienste“ wie POL & FW damit auch konfrontiert.
    Was mich dabei persoenlich auf die Palme bringt, ist das Schmarotzerdenken („YXZ zahlt schon“). Die Leute haben keinerlei Einsehen wenn man ihnen sagt wie man das findet. Im Gegenteil, man wird noch beschimpft. Ist schon eine tolle Welt ….

    Cheers.

  5. Jens sagt:

    Wenn Herr Sarrazin die Wahrheit einfach so geschrieben hätte wie sie ist, hätte kein Hahn danach gekräht.

    Natürlich sind seine Thesen überzogen, und die Gendiskussion ist auch verunglückt. Aber nur wenn man reisserisch auftritt wird man bemerkt.

    Stellt euch vor die Bild würde sämtliche Schlagzeilen so nüchtern wiedergeben wie sie sind – es gäbe sie nicht. Genauso wäre es mit der Diskussion um die Imigranten.

    Herr Sarrazin hat schon früher entsprechende Aussagen getroffen, und (hier kommt jetzt die Stelle die die Braunen gerne übersehen werden) klar unterschieden – muslimische Immigranten die sich mit ihrer Integration zurück entwickeln, und vietnamesische Immegranten die sich voran entwickeln und Integrieren.

    Herr Sarrazin berichtet aus Berliner Sicht. Aber nehmt doch mal das Ruhrgebiet. Dort sind nach dem Krieg ohne Ende Gastarbeiter hingekarrt worden, aus allen Richtungen (aber vor allem Polen und Türkei). Wenn man dann Berichte aus den 70-80 Jahren sieht, kann man prima erkennen dass die integriert waren – und dass ohne ihren Glauben aufzugeben.

    Heute sieht das eher anders aus.

    Neulich in einer Talkshow (schlagt mich, ich weiss nicht wo es war, habe es nur am Rande mitbekommen) wird auch über diese Thesen diskutiert. Eine bildhübsche junge Frau – türkische oder arabische Herkunft – sagt in bestem Hochdeutsch dass es ja wohl eigentlich eine Selbstverständlichkeit wäre dass wenn ich als Immigrant nach Deutschland komme und dort bleiben will auch gefälligst Deutsch sprechen muss.

    Geht mal nach China – da interessiert es keinen dass ihr nur deutsch sprecht, wenn ihr keine heiß begehrte Fachkraft seid, fallt ihr dort ohne Sprachkenntnisse auf die Nase, und zwar ordentlich – und in dutzenden anderen Ländern geht es genauso.

    Das schlimme in Deutschland ist, dass man uns immer noch die dunkle Vergangenheit zum Vorwurf macht. Es ist schlimm was da passiert ist, und es darf nie wieder passieren – und auch ein „Deutschland den Deutschen“ ist für den Ar*** – aber so langsam gibt es keine Leute mehr die auch nur Ansatzweise irgendetwas dafür können.

    Der Zentralrat der Muslime meldet sich zu Wort und beschwert sich, würden aber alle Muslime in Deutschland nur halb so gut Deutsch sprechen wie der Vorsitzende, dann gäbe es das ganze Problem nicht.

    Wobei gesellschaftliche Schmarotzer völlig unabhängig von der Nationalität sind.

    Früher waren es die Russland-Deutschen, bei denen umgangssprachlich die Oma nur mal einen deutschen Schäferhund gestreichelt haben musste damit die Familie in Deutschland Rente bekommt, heute sind es die HartzIV-ler und die Immigranten die dem Sozialstaat auf der Tasche liegen.

    Und als letztes:

    Dass ist ja immer das Schlimme an der ganzen Diskussion, und davon nehme ich mich auch nicht aus – die sozialen Schmarotzer sieht man, die nicht integrierten Ausländer (absichtliche Wortwahl, keine Integration, kein Interesse an Deutschland = kein Deutscher = Ausländer) auch, und wenn man drei solcher Exemplare kennt, dann können 100 voll integrierte Deutsche (mit Migrationshintergrund) dass nicht mehr ausbügeln. Jeder kennt einen Ali, einen Yussuf oder einen Iwan irgendwo im Bekanntenkreis auf den man immer wieder trifft, mit dem man redet lacht und Spass hat, und der ist natürlich auch nicht gemeint wenn man von den schei** Ausl***** spricht die nur dem Staat auf der Tasche liegen – obwohl Ali, Yussuf und Iwan den gleichen Glauben und den gleichen Pass in der Tasche haben.

    YMTC

  6. Sina sagt:

    Wow… Respekt!

    Du äusserst hier offen eine Reelle Meinung, bzw. Tatsachen. Wunderbar geschrieben, verständlich usw.
    Ich kann mitfühlen, mitdenken und mitgehen in diesen Beispielen.

    100% Zustimmung Meinerseits. Alle sollten erst denken, dann reden. Und auch nur dann wenn sie das auch können und wirklich wissen von was sie da reden.

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