Zahltach!

Ja, nee, nich bei mir.

Bei DENEN.

Ihr wißt schon, dieser Menschenschlag, welcher genau einmal im Monat extrem pünktlich aufsteht und zur Sparkasse geht, weil dort der Steuerzahler mindestens €359 überwiesen hat. Ich will nicht unbedingt pauschal über alle 5 Millionen Hartzer herziehen, dafür hab ich welche in der Bekanntschaft, die das Geld wirklich brauchen und arbeiten wollen.

Ich rede von den Saufschweinen, die schon in der 6. Klasse beim Ausflug ins Berufsinformationszentrum gefragt haben, ab wann man denn Stütze bekommt.

Letzte Nacht war es wieder soweit.

Pünktlich um 00:20 geht der Pieper auf und eine verletzte Person wird uns zur Versorgung angediehen. Bei Ausfahrt kommt dann noch die Information der Leitstelle, daß die Kollegen mit den blauen Blaulichtautos mitkommen, weil der Bürger die Nase an das Gebiß eines anderen Bürgers abgegeben hat. Da ja gerade der 1.April eingeläutet wurde will ich mir den Funkhörer greifen und mal grade „Haha“ durchgeben, wqas ich lasse, denn so kreativ sind die Beamten des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes imn Allgemeinen nicht.

Wir fahren 3 Minuten später vor dem ohne-Aufzug-soziale-Randgruppen-Multiparteienwohnhaus vor uns stellen 2 Sachen fest:

  1. Keiner schläft, überall laut.
  2. Name auf Pieper korelliert mit oberstem Geschoß.

Da ich heute wieder mit Frank fahre und der immer am Steuer sitzt, hab ich den Rucksack und schnaufe ihm ins 6te OG hinterher. Ab dem 3. OG höre ich das Schnaufen der bewaffneten Retter, die ja zum Glück auch da sind.

Oben angekommen gibts dann dreimal Hartz IV-Leistungskurs mitten in der Lerngruppenbesprechung, wobei einer wirklich eine komische Nase hat. Bei näherem Hinsehen ist die nicht vom Saufen blau, sondern wirklich ein wenig eingedrückt und weist an den Flügeln Gebißabdrücke auf, die zumindest denen eines homo sapiens ähneln.

Die mittlerweile auch oben schnaufenderweise eingetroffene Polizei zeigt sich auch vergnügt über diesen Einsatz. Wir beginnen jetzt parallel, sozusagen im Kreuzverhör nach Hergang, Schmerzen, Personalausweis, Schädiger, Alkoholkonsum, Luftnot, Wunsch nach Behandlung, Wunsch nach Anzeigenerstattung, Schuhe zum Anziehen, nochmal Tathergang, Jacke zum Anziehen, nochmal Schädiger zu fragen.

Aus dem Geplapper nimmt nun jede Zunft das für sie wichtige mit, was für uns heißt, wir fahren mit dem Herrn mal in die Klinik zum Rüsseldoktor, warten aber noch ne Sekunde, weil die Ordnungsmacht weiß jetzt ihrerseits, daß der Schädiger eins tiefer wohnt und das Opfer soll auf dem Weg in den RTW mal grad „Jo, der wars“ sagen.

Gesagt, getan, unten wummert es an der Tür „Herr Sternburg, machen se mal auf, hier ist die Polizei!“ und ich zieh dem Bißopfer mal ungeduldig die Schühchen an.

Unten fliegt die Tür auf und es bölkt „Waswissuschaißbulle!Machischplatt!“, was mich und Frank dann doch überzeugt, den Weg die Treppe runter etwas vorsichtiger zu nehmen.

Herr Sternburg wird zwecks Aussage erstmal vor die Haustür gebracht, wo 4mal staatliche Ordnungsmacht ihn umringt und davon abhält, sein Werk an der Nase von Herrn Adelskrone zu vollenden.

Herr Adelskrone freut sich, uns und der Polizei mitteilen zu dürfen, daß es Herr Sternburg war, der ihn gebissen hat und wir fahren los.

Die Doctrice von der Rüsselklinik ist sichtlich begeistert, wenigstens war es diesmal kein unstillbares Nasenbluten, welches seit letzter Woche besteht und erst nachts halb eins stört…

Herr Sternburg, der Beißer aus Assitown wurde im Übrigen 2 Stunden später auch in selbiger Klinik aufgenommen. Allerdings waren die bei unserem Einsatz so hilfreichen Beamten zwar an der Verbringung ins Krankenhaus, nicht jedoch an der Genese von Sternburgs Verletzung beteiligt.

Dieser wurde nämlich kurze Zeit später von Herrn Adelskrones Lerngruppe in einer weiteren Wohnung eingeschlossen, woraufhin sich Herr Sternburg entschloß, sich mittels einer Hundeleine und der Balkonbrüstung das Leben zu nehmen. Da die Leine allerdings ziemlich lang und Herr Sternburg äußerst hochgewchsen waren, endete dies mit einer leichten Strangulation und Schmerzen in beiden Fußgelenken. Herr Sternburg ist nämlich aus dem 2. OG vom Balkon gehüpft. Da er dann den Notruf wählte und den Beamten gegenüber angab, daß das mit der Leine um den Hals kein Unfall, sondern Absicht war, wurde daraus nach Inaugenscheinnahme durch den Unfallchirurgen ein Fall für den Irrenarzt.

Gerüchten zufolge sollen sich die Herren Sternburg und Adelskrone auch kurz auf dem Flur der Notaufnahme gegenübergestanden haben. Sie schienen sich nicht zu kennen, so sagte man mir.

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